Der weise Meister lässt uns frei,
leiht uns die Welt, wir sind entzwei.
Nun wolln wir seine Schöpfungen lenken,
mit unserm Willen sie beschränken.
Seine Worte, seine Werke,
haben wir gelernt und kennen ihren Zweck.
Mit der Kraft des Wissens Stärke
wirkt der Mensch, doch welch ein Schreck!
Rauche! rauche,
Pumpe werke,
dass, zum Zwecke,
Öle fließe,
und mit reichem, schwarzen Schwall,
sich in die Maschine gieße.
Und nun komm, du schwarze Wolke!
Lass uns die Welt in Nebel hülln;
Dienst schon lang dem Volke,
Wirst fortan mein Wunsch erfülln.
Nun erweise, schwarzer Dunst,
deinem Herren deine Gunst.
Auf des Himmels breite,
sei ein grauer Kopf.
Mal in Fern und Weite,
aus dem Dunkeltopf!
Rauche! rauche,
Brand entfache,
dass, zum Zwecke,
Schatten fließe,
und mit dichter, dunkler Wolke,
sich auf die Erde nieder gieße.
Seht, sie sinkt zum Boden nieder.
Wahrlich! Ist schon an der Erde,
und mit kaltem Schatten wieder,
ist sie hier, oh welch Beschwerde.
Schon zum zweiten Male!
Wie die Kälte quillt!
Wie sich jede Pflanze
mit dem Frost nun füllt!
Stehe! stehe!
Denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen! –
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch den Kniff vergessen!
Ach, der Kniff, worauf am Ende
alles wird, was sie gewesen.
Ach, sie sinkt und kommt behende!
Immer neuer Schatten
bringt sie schnell herein,
Ach! Und hundert Nächte
stürzen auf mich ein.
Nein, nicht länger
kann ichs lassen;
will sie fassen,
das sie meinen Zorne erschmecke.
Ach! Nun wird mir immer bänger!
Welch Dunkelheit und welche Schrecke!
O du Ausgeburt der Hölle!
Soll die ganze Erd erfrieren?
Seh ich über jede Wiese
doch schon Eiseskristalle zieren.
Eine tücksche Wolke,
die nicht hören will!
Schleier, über meinem Volke,
steh doch wieder still!
Willst am Ende
gar nicht lassen?
Will dich fassen,
will dich halten
und das alte Grau behende
mit der Sonne Strahlen spalten.
Seht, da kommt sie dunkelnd wieder!
Wenn ich nun Regen auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
wütend trifft die nasse Schärfe.
Wahrlich, brav getroffen!
Seht, sie ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
und ich atme wieder frei!
Wehe! wehe!
Beide Teile
reitend auf der Böhe,
nun die dunkle Wolke brächte,
tiefes dunkel aus der Höhe!
Helft mir, ach! Ihr hohen Mächte!
Sich die Welt in Kälte hüllt,
statt der Räder baucht es Kufen,
Frost und Schrecken sich erfüllt,
Herr und Meister! Hör mich rufen! –
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Mächte
werd ich nicht mehr los!
„In die Ferne,
Wolke, Wolke!
Seids gewesen.
Denn die Mächte
ruft euch nur zu seinem Zwecke,
erst hervor der alte Meister.“
(c)2023 Juergen ‘sysdef’ HEINE
